Über einen Zykluskalender gibt es viele wichtige Informationen. Hier könnt ihr alles darüber lesen und euch schlau machen. Habt ihr am Ende noch Fragen, dann könnt ihr euch an unser Forum wenden:

 

Inhalt:

Der Zykluskalender

Vor- und Nachteile der symptothermalen Methode

Sicherheit (Pearl Index)

Wie ist ein Zykluskalender aufgebaut?

Eintragungen im Zykluskalender

Der Zervix

Der Zervixschleim

Wo finde ich das Zyklusblatt?

Regelwerk zur symptothermalen Methode

 

 

Der Zykluskalender

Mit dem Zykluskalender kannst du verschiedene Dinge machen. Einerseits kannst du damit deinen Zyklus und deinen Körper besser kennen lernen, andererseits kann ein Zykluskalender ebenso zur Verhütung dienen oder helfen den Kinderwunsch zu verwirklichen.
Du trägst in den Kalender täglich verschiedene Dinge ein. Du misst jeden Tag vor dem Aufstehen (möglichst zur gleichen Uhrzeit) die Körpertemperatur (Basaltemperatur), du kannst den Gebärmutterhals abtasten oder den Zervixschleim beobachten und deine Beobachtungen eintragen. Anhand dieser und weiterer Informationen kann man die fruchtbare - und unfruchtbare Zeit im Zyklus ermitteln. Dies kann bei dem Kinderwunsch erheblich weiter helfen. Wenn du ihn weder zur Verhütung noch für den Kinderwunsch benutzen möchtest, kannst du anhand deine Aufzeichnungen deine Eisprünge erkennen und wann du mit der nächsten Periode rechnen musst. Es kann dir auch einfach dabei helfen nicht in Panik zu verfallen wenn deine Periode mal "überfällig" sein sollte. Wenn du siehst, dass der Eisprung relativ spät kam, so ist es logisch, dass du auch erst später als sonst deine Periode bekommen wirst.


Möchtest du damit verhüten, weißt du in welcher Zeit du verhüten musst und wann du die Verhütung liegen lassen kannst. In der ermittelten unfruchtbaren Phase kann getrost auf Verhütung verzichtet werden, sofern alle Regeln der Beobachtung und Auswertung korrekt erfolgt sind!  Der erste Tag der Periode ist immer der erste Tag im neuen Zyklus. Du kannst beispielsweise beobachten, ob du regelmäßige Zyklen hast, ob diese eher lang oder kurz sind, ob du Eisprünge hast, ob deine 2. Zyklushälfte lang genug ist um schwanger zu werden usw.



Vor- und Nachteile der symptothermalen Methode

Vorteile der STM

  • Kostengünstig und einmalige Ausgaben. Die Lektüre mit dem Regelwerk und ein Thermometer bekommst du schon für unter 18 Euro.
  • Keine Folgekosten außer du willst es so.
  • Sicher - STM bietet bei korrekter Anwendung eine Verhütungssicherheit (Pearl Index) von 0,4 und ist damit so sicher wie die Pille.
  • Keine Nebenwirkungen.
  • Körpergefühl - Das Körpergefühl entwickelt sich weiter. Man kennt seine fruchtbaren Tage und wird nicht mehr von seiner Menstruation überrascht.
  • Unterstützend - Es kann bei Kinderwunsch eine höhere Chance geben schwanger zu werden.
  • Untersuchend - Zyklusstörungen können erkannt werden. (zb. Eine Gelbkörperschwäche bei einer Temperaturhochlage von unter 10 Tagen).
  • Partnerschaftlich - Die Verhütung hängt nicht nur an der Frau, auch der Mann trägt Verantwortung.
  • Eine Lebensweise - Die STM entwickelt sich für viele weiter. Es ist mehr als nur eine Verhütungsmethode. Es ist eine Lebensweise geworden.


Nachteile der STM

  • Lernphase - Die STM muss erst erlernt werden. Dieser Lernprozess streckt sich über 2 bis 3 Zyklen.
  • Fruchtbarkeit der Frau gibt den Takt an. D.h. hat eine Frau immer sehr spät ihren Eisprung, so muss sie mehr fruchtbare Tage als unfruchtbare Tage annehmen.
  • Ungewohnte Lebensphasen und Tagesabläufe, sowie hormonelle Erkrankungen (zb. PCOS) können den Zyklus beeinflussen. Somit wird auch der Eisprung beeinflusst und das wiederum verkürzt die Zeit, in der Geschlechtsverkehr ohne Verhütung stattfinden kann.
  • Offenheit und auseinandersetzen mit evtl. Kinderwunsch und Verhütungsmethoden in der fruchtbaren Zeit.
  • Bietet keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.


Sicherheit (Pearl Index)

Wenn man mit der symptothermalen Methode verhütet und sie richtig anwendet, liegt die Sicherheit der Methode bei einem Pearl-Index von 0,4. Das heißt sie ist in etwa so sicher wie die Pille.



Wie ist ein Zykluskalender aufgebaut?

Ein Zykluskalender besteht aus mehreren Zyklen und jeder Zyklus besteht aus mehreren Zyklustagen. Ein Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Periode und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Periode. Er ist also bei jeder Frau unterschiedlich lang. Meist hat eine Frau selbst auch unterschiedlich lange Zyklen. Eine Schwankungsbreite von bis zu 14 Tagen ist vollkommen normal. Normalerweise pendelt sich dies aber auf eine gewisse Durchschnittslänge ein.
Alle Zyklen zusammen bilden den Zykluskalender. Nach einer hormonellen Verhütung (z.B. Pille) ist der Zyklus in 50% der Fälle vorübergehend gestört, bis er sich nach einigen Monaten wieder einpendelt. Das ist mit einem Zykluskalender gut zu beobachten. Denn nicht immer sagt die Zykluslänge etwas über die Qualität des Zyklus aus. Es gibt nämlich durchaus 28-Tage-Zyklen ohne Eisprung oder Zyklen mit einer viel zu kurzen Progesteronphase.
In deinem Zyklustag kannst du verschiedene Dinge eintragen (zb. Temperatur, Schleimbeschaffung, Störfaktoren die die Temperatur beeinflusst haben, Brustschmerzen ect.) und das jeden Tag. Starte deinen Zyklus mit dem ersten Tag der Periode. Hast du an einigen Tagen hintereinander deine Temperatur eingetragen, so kannst du sehen, wie deine Kurve entsteht. Nach einigen Tagen verändert sich das Temperaturniveau und verbleibt so bis zur nächsten Periode: Ein Eisprung wurde erkennbar.

Im Forum kannst du mit anderen über die Methode sprechen, Fragen stellen, Unklarheiten beseitigen, vielleicht auch Kurven anderer sehen und auch deine eigene zeigen. Viele die symptothermal ihren Zyklus beobachten, haben Interesse und Spaß daran andere Kurven von anderen Frauen zu beobachten.

 

 

Eintragungen im Zykluskalender

Der Zykluskalender kann deutlich machen wann eine unfruchtbare Phase beginnt und endet und wann die fruchrbare Phase beginnt und endet. Für Frauen die damit verhüten wollen, ist die unfruchtbare Phase wichtig. Für Frauen die dem Kinderwunsch nachgehen, ist eher die fruchtbare Phase von Wichtigkeit.  Außerdem zeigt sie an, ab welchem Zeitpunkt mit einer Schwangerschaft zu rechnen ist, wenn bis dahin die Periode nicht eingetreten ist.

Die fruchtbare Zeit und den Eisprung ermittelst du mit zwei Faktoren: Die Basaltemperatur(Thermal) und ein Östrogenzeichen(sympto) werden ausgewertet. Das kann der Zervixschleim sein oder der Muttermundhals selbst.
Die Basaltemperatur ist die Aufwachtemperatur die gemessen wird, wenn man aufwacht, bevor man aufsteht. Diese steigt um den Eisprung herum an und verbleibt dort in einem hohen Temperaturniveau. Bei der Beobachtung des Zervixschleims, wird die Qualität mit der Schleimqualität der letzten 3 Tage verglichen. Es wird gewartet, bis die Qualität schlechter wird als an den Tagen davor. Der Zervix ist der Muttermundhals. Dieser kann durch abtasten beobachtet werden. Er muss nach dem Eisprung 3 Tage lang fest und geschlossen sein. Erst wenn die Temperatur und eines der beiden Östrogenzeichen nach den Regeln der AG NFP Malteser ausgewertet wurde, kann man von einer unfruchtbaren Phase ausgehen.

Die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang hängt vom vorherigen Zyklus ab. Es darf nur dann Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang angenommen werden, wenn im vorherigen Zyklus ein Eisprung ausgemacht werden konnte. Hat man 12 auswertbare Zyklen gesammelt, kann durch eine neue Regel die man nun im 13. Zyklus anwenden muss, ggf. die unfruchtbare Phase am Zyklusanfang auch verlängert sein.

 

Der Zervix

Der Muttermundhals oder auch Zervix genannt, befindet sich in der Vagina. Er ist der Verbindungstunnel zwischen Vagina und Gebärmutter. Bei einer Geburt ist er der Geburtskanal. Der Zervix kann beobachtet werden und an ihm kann man die Fruchtbarkeit in einem Zyklus mit ablesen. Die Selbstuntersuchung des Zervix ist nicht schädlich oder gesundheitsgefährdend, wie manch einer denkt.

Der zyklische Verlauf ist nur eine Richtlinie. Es kann kleine Abweichungen davon geben!
Zu Beginn eines Zyklus steht die Periode. In dieser Zeit ist er für gewöhnlich etwas offen, manchmal sogar weich. Er steht tief, also nah am Scheideneingang. Nach der Periode ist der Muttermund hart, geschlossen und steht tief.
Je näher der Eisprung rückt, desto weicher wird er. Er öffnet sich und steigt hoch (entfernt sich vom Scheideneingang). In der fruchtbaren Phase ist er kaum bis gar nicht mehr mit dem Finger zu erreichen, so hoch steht er. Nach dem Eisprung wird er wieder hart und tief und ist geschlossen.

 

Zusammenfassung

“Unfruchtbarer Zervix” : hart, tief, geschlossen. Der Zervix fühlt sich wie ein Nasenknorpel an.

“Fruchtbarer Zervix” : weich, hoch, offen. Der Zervix fühlt sich wie ein weiches Ohrläppchen oder wie eine Lippe an.

 

 „Tief“ bedeutet dass der Muttermund nah am Scheideneingang steht, bzw. tief in die Vagina hinein ragt. Man kann ihn sehr gut mit dem Finger ertasten.
„Hoch“ bedeutet dass der Muttermund weit weg vom Scheideneingang liegt bzw. hoch steht und zwar so hoch dass man kaum bis gar nicht mehr mit dem Finger heran kommt.

 

Wie wird der zyklische Verlauf des Zervix beobachtet?

Der Muttermund wird immer nur 1x am Tag, zur etwa der selben Zeit mit dem selbem Finger, in der selben Position beobachtet. Am besten erfährt man die unterschiedlichen Phasen der Beobachtung wenn man den ganzen Zyklus über beobachtet. Das erleichtert einem den zyklischen Verlauf und die Veränderungen festzustellen und einzuordnen. Es geht leichter, wenn man dabei eine gebeugte Haltung einnimmt: zum Beispiel in der Hocke oder wenn man auf dem WC sitzt. Nach dem Entleeren der Blase führt man 1 oder 2 saubere Finger in die Vagina ein (Zeige – und Mittelfinger) und bewegt sie nach hinten und oben. Mit kreisenden Bewegungen kann man nun die Umgebung ertasten.
Der Muttermund ist vom Rest der Vagina zu erkennen. Er ragt kugelförmig oder wie ein Zapfen in die Vagina hinein und ist schön glatt im Gegensatz zur rauen Scheidenwand. Fragt euch bei der Abtastung ob er tief oder hoch steht, ob ihr leicht oder schwer heran kommt. Fühlt er sich wie ein Ohrläppchen an oder wie ein Nasenknorpel? Dann versucht die Öffnung des Zervix zu ertasten. Bei einer Frau die bereits geboren hat, kann er schlitzförmig und an hochfruchtbaren Tagen fingerdurchlässig sein. Manchmal kann die Beurteilung schwierig werden; beispielsweise aufgrund einer Narbe durch eine Operation oder Risse, die durch eine vaginale Geburt entstanden. Generell kann sich der Muttermund nach einer Geburt verändern. Um seinen Zervix gut beurteilen zu können, ist es empfehlenswert das mindestens 1 Zyklus, oder idealerweise 2 bis 3 Zyklen zu testen.

 

 

Der Zervixschleim

 

Zervixschleim kennen die meisten vielleicht unter dem Begriff „Ausfluss“. Die Vagina sondert eine Flüssigkeit ab die regelmäßig eine andere Konsistenz annimmt. Diese Flüssigkeit nennt man Zervixschleim - nicht zu verwechseln mit der Scheidenflüssigkeit in der Vagina. Wie der Name schon sagt, stammt der Schleim nicht direkt aus der Vagina sondern aus dem Zervix (deutsch: Muttermundhals).
Im Muttermundhals befinden sich so genannte Kypten deren Drüsen einen Schleim absondern.
Dieser Zervixschleim ist immer vorhanden auch wenn man ihn nicht sieht. Er ist wichtig, gesund und natürlich.

 

Der Zervixschleim verändert sich im Laufe eines Zyklus und wird neben der Temperatur als zweites Symptom mit ausgewertet (es sei denn man untersucht den Gebärmutterhals).

 

Den Schleim untersucht man am besten mit den Fingern. Es ist aber auch möglich ihn durch Abwischen mit Toilettenpapier zu untersuchen.

 

Es gibt verschiedene Stufen der Qualität. Die der Zervixschleim in einem Zyklus durchläuft: O, f, S, S+

 

O bedeutet, dass man keinen Schleim am Scheideneingang finden oder fühlen kann.

 

f bedeutet, dass man keinen Schleim am Scheideneingang findet, aber sich dort feucht fühlt.

 

 

S bedeutet, dass man Schleim finden kann, dieser ist beispielsweise weißlich oder gelblich, klebrig und nicht dehnbar.

 

Diese Bildreihe zeigt die unterschiedlichen Konsiztenzen von S+ Schleim. Die ersten 3 Bilder zeigen glasigen, dehnbaren, fadenziehenden Schleim. Ganz rechts ist flüssiger Schleim, fast wie Wasser, ebenfalls S+.

 

Das linke Bild hier ist rötlicher(s+), weißlich, cremiger(S) Zervixschleim und wird als S+ gewertet. Das rechte Bild zeigt einen ziehbaren, durchsichtigen, mit weißen Schlieren durchzogenen Schleimklumpen der Qualität S+.

 

Auf diesen 2 Bildern sieht man Zervixschleim der Qualität S. Die Bilder zeigen weißlichen, cremigen Schleim, der sich nicht ziehen lässt.

 

S+ bedeutet, dass der Schleim Fäden zieht und glasklar, aber auch rötlich oder bräunlich sein kann. (Oft fühlt man sich richtig nass oder wie eingeölt, wenn man sich mit Toilettenpapier abwischt.)

 

Manche Frauen stellen bei sich aber niemals oder nur sehr selten S+ fest. Das heißt aber nicht, dass sie nicht fruchtbar sein können. Dies geht auch mit einer weniger guten Schleim-Qualität.

 

Direkt nach der Periode fühlen sich viele Frauen sehr trocken und sehen keinen Zervixschleim. Meist folgt danach eine Zeit, in der man sich feucht fühlt, aber keinen Schleim findet. Dann erreicht der Zervixschleim die Qualität S und bei manchen Frauen steigt die Qualität bis zum ES noch bis S+ an. Anschließend entwickelt sich der Zervixschleim zurück. Gegen Ende des Zyklus spürt man entweder nur noch Trockenheit oder es bleibt ein feuchtes Gefühl, aber es wird meist kein Schleim mehr gefunden.

 

Jede Frau ist anders und bei jeder Frau entwickelt sich der Schleim anders. Mach dir also keine Sorgen, wenn dein Zervixschleim nicht die Stufe S+ erreicht oder mal eine Stufe überspringt. Das ist ganz natürlich.

 

 

Wo finde ich das Zyklusblatt?

Links oben neben dem Button "Forum" gibt es einen Button "Zyklusblatt". Da kannst du dir kostenlos das Zyklusblatt von Kokopelli herunterladen und ausdrucken.

 

Regelwerk zur symptothermalen Methode

Es gibt entsprechende Lektüren dazu. Du kannst im Forum gerne bei den Erfahrungsberichten zu den NFP-Produkten reinschauen. U.a. sind dort auch die Bücher aufgelistet mit dem Regelwerk der Methode. Rat und Unterstützung bekommst du im Forum!